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| Bildbeschreibung = Rote Johannisbeere (''Ribes rubrum'')
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Die '''Johannisbeeren''' (''Ribes''), in Bayern, Österreich und Südtirol die '''Ribisl''' (Plural: Ribisln), in der Schweiz '''Meertrübeli''', '''Trübeli''' oder '''Ribiseli''', sind die einzige Pflanzengattung in der Familie der '''Stachelbeergewächse''' (Grossulariaceae). Sie umfasst die im Deutschen als Johannisbeere und Stachelbeere bezeichneten Arten. Einige Arten und ihre Sorten werden als Beerenobst, andere als Zierpflanzen genutzt.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Bei den ''Ribes-''Arten handelt es sich um meist laubabwerfende, selten immergrüne (''Ribes viburnifolium'') oder fast immergrüne (''Ribes speciosum'') fehlen meist.

Generative Merkmale

Es werden meist einfache, traubige, fast sitzende doldige oder schirmtraubige Blütenstände gebildet, bei einigen Arten ist der Blütenstand auf ein bis wenige Blüten reduziert. Unter jeder Blüte befinden sich zwei .

Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig; wenn die Blüten eingeschlechtig sind (beispielsweise ''Ribes diacanthum''), dann sind die Pflanzen zweihäusig getrenntgeschlechtig (). Es ist ein freier (Hypanthium) vorhanden. Es ist nur ein Kreis mit vier oder fünf fertilen vorhanden. Die en n sind vier- oder fünfzählig im Grundsatz mit doppelten Perianth. Die vier bis fünf, meist kronblattartigen, grünlichen, weißen, gelben, von rosafarben über rot bis purpurfarbenen sind untereinander und mit der Basis des Fruchtknotens verwachsen. Die Kelchlappen sind aufrecht oder zurückgebogen. Es sind vier oder fünf grünliche, weiße, gelbe, von rosafarben über rot bis purpurfarbene vorhanden oder sie fehlen bei manchen Arten. Es ist nur der äußere Kreis mit vier bis fünf fertilen vorhanden. Bei funktional weiblichen Blüten sind die Staubblätter steril. Zwei sind zu einem meist unterständigen, selten halbunterständigen, einfächerigen Fruchtknoten verwachsen und enthalten viele Samenanlagen. Bei männlichen Blüten kann ein rudimentär vorhanden sein. Der Griffel ist zweilappig oder sogar bis zur Hälfte seiner Länge zweigeteilt. Es ist ein prominenter, relativ dicker, dunkelroter, purpurfarbener oder gelber Diskus vorhanden, oder er ist prominent und grünlich. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Lang- und kurzrüsselige Bienen und Kolibris sind die häufigsten Bestäuber; die Blüten einiger Arten werden von Schmetterlingen besucht.

Auf den saftigen Beeren ist der Kelch noch erhalten, und sie enthalten selten nur drei bis zehn, meist zehn bis hundert Samen. Die braunen bis schwarzen Samen enthalten Öl, aber keine Stärke. Die Testa und das viele Endosperm sind gelatinös. Der gerade Embryo ist zylindrisch und winzig.

Die Chromosomen­grundzahl beträgt x = 8.

Name

Die Johannisbeeren werden umgangssprachlich oder mundartlich in Norddeutschland Ahlbeere, landschaftlich Gichtbeere, in Schwaben Träuble, in der Pfalz und in Südhessen Kanstraube oder Kantztrauwe bzw. Gehonstraube, in der (24. Juni) her, um den herum die ersten Sorten reif werden.

Weltproduktion

2016 betrug die Welternte 655.000 Tonnen. Das Land mit der größten Johannisbeerenproduktion der Welt war Russland, das 52,7 % der weltweiten Ernte produzierte. Europa war für etwa 97,5 % der Welternte verantwortlich.
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! Produktionsland !! Menge in t
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Systematik und Verbreitung

Die Familie Grossulariaceae wurde 1805 von Augustin-Pyrame de Candolle in ''Flore Française'', Troisième Édition, 4(2), S. 405 aufgestellt. Die Typusgattung ''Grossularia''  f. als Escalloniaceae.

Der Gattungsname ''Ribes'' wurde 1753 von in ''Species Plantarum'', 1, S. 200?202 erstveröffentlicht. Typusart ist die ''Ribes rubrum''

Die Gattung ''Ribes'' wird in Untergattungen und Sektionen gegliedert, hier jeweils mit einer Auswahl an Arten:

  • Untergattung ''Berisia'':
    • Sektion ''Berisia'':
      • ''Ribes affine'' : Sie kommt in Mexiko vor.
      • Alpen-Johannisbeere (''Ribes alpinum'' ), Heimat: Europa, Kaukasusraum
      • '' vor.
      • ''Ribes brachybotrys'' : Sie kommt in Bolivien und in Peru vor.
      • ''Ribes cuneifolium'' : Sie kommt in Peru vor.
      • '' in Ostasien vor.
      • ''Ribes glaciale'' : Sie kommt in Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan und in China vor.
      • '' vor.
      • '' vor.
      • ''Ribes laciniatum'' ): Sie kommt in Indien, Bhutan, Nepal, Myanmar und in China vor.
      • '' vor.
      • '' und in China vor.
      • ''Ribes maximowiczii'' , Heimat: Japan, Korea, China, Mandschurei
      • ''Ribes orientale'' : Die Art kommt in Europa in Griechenland vor, außerdem in Westasien, im Kaukasusgebiet, in Indien, Pakistan, Nepal, Bhutan und in China.
      • ''Ribes vilmorinii'' : Sie kommt in China vor.
    • Sektion ''Davidia'':
      • '' vor.
      • ''Ribes laurifolium'' , Heimat: Nordchina
    • Sektion ''Diacantha'':
      • Tienshan-Johannisbeere (''Ribes diacanthum'' ), Heimat: Ostsibirien, Mongolei, Mandschurei, Nordkorea
      • ''Ribes pulchellum'' : Sie kommt in China, in der Mongolei und in Ostsibirien vor.
      • '' vor.
    • Sektion ''Hemibotrya'':
      • Dolden-Johannisbeere (''Ribes fasciculatum'' ), Heimat: Japan, Korea, Nordchina
  • Untergattung ''Grossularia'' (Stachelbeeren)
    • Sektion ''Grossularia''
      • '' vor.
      • ''Ribes alpestre'' : Sie kommt in Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan und in China vor.
      • ''Ribes binominatum'' : Sie kommt in Oregon und in Kalifornien vor.
      • '' vor.
      • ''Ribes curvatum'' : Sie kommt in den US-Bundesstaaten Oklahoma, Texas, Alabama, Arkansas, Georgia, Louisiana und Tennessee vor.
      • Hunds-Stachelbeere (''Ribes cynosbati'' ), Heimat: Kanada, USA
      • Oregon-Stachelbeere (''Ribes divaricatum'' ), Heimat: Kanada, USA
      • '' vor.
      • ''Ribes hirtellum'' , Heimat: Kanada, USA
      • ''Ribes inerme'' : Sie kommt im westlichen Kanada und in den westlichen Vereinigten Staaten vor.
      • oder Colorado-Stachelbeere (''Ribes leptanthum'' ), Heimat: USA (Colorado, Utah, New Mexico)
      • ''Ribes missouriense'' : Sie kommt in den zentralen, nördlichen und östlichen US-Bundesstaaten vor.
      • Schnee-Stachelbeere (''Ribes niveum'' ), Heimat: USA
      • Manitoba-Stachelbeere (''Ribes oxyacanthoides'' ), Heimat: Kanada, USA
      • vor.
      • ''Ribes quercetorum'' : Sie kommt in Arizona, Kalifornien und im nördlichen Mexiko vor.
      • ''Ribes rotundifolium'' : Sie kommt in den östlichen Vereinigten Staaten vor.
      • '' vor.
      • '' vor.
      • Stachelbeere (''Ribes uva-crispa'' ), Heimat: Europa, Westasien, Nordwestafrika.
      • ''Ribes velutinum'' : Sie kommt in den westlichen Vereinigten Staaten vor.
      • '' und Washington vor.
    • Sektion ''Robsonia'':
      • ''Ribes amarum'' : Sie kommt in Kalifornien vor.
      • ''Ribes californicum'' : Sie kommt in zwei Varietäten in Kalifornien vor.
      • '' vor.
      • Klebrige Strachelbeere (''Ribes lobbii'' ), Heimat: Kanada, USA
      • ''Ribes menziesii'' : Sie kommt in Oregon und in Kalifornien vor.
      • ''Ribes roezlii'' : Sie kommt in Oregon, Nevada und in Kalifornien vor.
      • (''Ribes speciosum'' ): Sie kommt in Kalifornien und im nördlichen Mexiko vor.
      • ''Ribes thacherianum'' : Sie kommt in Kalifornien vor.
  • Untergattung ''Grossularioides''
    • '' vor.
    • Sumpf-Stachelbeere (''Ribes lacustre'' ), Heimat: Alaska, Kanada, USA
      • '' und in den Vereinigten Staaten vor.
  • Untergattung ''Parilla'':
    • Sektion ''Andina'':
      • ''Ribes bolivianum'' : Sie kommt in Bolivien und in Peru vor.
      • ''Ribes cucullatum'' : Sie kommt in Chile vor.
      • ''Ribes gayanum'' ), Heimat: Chile
      • ''Ribes incarnatum'' : Sie kommt in Bolivien und in Peru vor.
      • ''Ribes lehmannii'' : Sie kommt in Ecuador vor.
      • ''Ribes pentlandii'' : Sie kommt in Bolivien vor.
      • ''Ribes trilobum'' : Sie kommt in Chile vor.
    • Sektion ''Parilla'':
      • ''Ribes magellanicum'' : Sie kommt in Argentinien und in Chile vor.
      • ''Ribes punctatum'' : Sie kommt in Argentinien und in Chile vor.
      • ''Ribes valdivianum'' : Sie kommt in Argentinien und in Chile vor.
  • Untergattung ''Ribes''
    • Sektion ''Botrycarpum'':
      • Kanadische Johannisbeere (''Ribes americanum'' ), Heimat: Kanada, USA
      • ''Ribes bracteosum'' , Heimat: Alaska, Kanada, USA
      • '' vor.
      • '' vor.
      • ''Ribes'' ×''fuscescens'' ): Sie ist nur aus Kultur bekannt.
      • ''Ribes hudsonianum'' : Sie kommt in zwei Varietäten in Kanada und in den Vereinigten Staaten vor.
      • ''Ribes janczewskii'' : Sie kommt in Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan vor.
      • ''Ribes japonicum'' : Sie kommt auf den japanischen Inseln Honshu, Hokkaido und Shikoku vor.
      • verbreitet.
      • '' vor.
      • '' vor.
      • '' und in Kasachstan vor.
      • '' vor.
      • ''Ribes viburnifolium'' : Sie kommt in Kalifornien und im mexikanischen Bundesstaat Baja California vor.
    • Sektion ''Calobotrya'':
      • '' vor.
      • ''Ribes'' ×''bethmontii'' (= ''Ribes malvaceum'' × ''Ribes sanguineum'')
      • ''Ribes ciliatum'' : Sie kommt in Mexiko, in Guatemala und in Costa Rica vor.
      • ''Ribes malvaceum'' : Sie kommt in Kalifornien und im nördlichen Mexiko vor.
      • '' vor.
      • ''Ribes nevadense'' : Sie kommt in Kalifornien, Nevada und Oregon vor.
      • Blut-Johannisbeere (''Ribes sanguineum'' ), Heimat: Kanada, USA
      • ''Ribes viscosissimum'' ): Sie kommt im westlichen Kanada und in den westlichen Vereinigten Staaten vor.
      • ''Ribes wolfii'' ): Sie kommt in den US-Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho, Utah, Colorado, New Mexico und Arizona vor.
    • Sektion ''Cerophyllum'':
      • (''Ribes cereum'' ), Heimat: Kanada, USA
      • '' vor.
    • Sektion ''Fargesia''
    • Sektion ''Heritiera'':
      • ''Ribes erythrocarpum'' : Sie kommt in Oregon vor.
      • Stinktier-Johannisbeere (''Ribes glandulosum'' ), Heimat: Alaska, Kanada, USA
      • ''Ribes laxiflorum'' ): Sie kommt in den westlichen Vereinigten Staaten, im westlichen Kanada und in Russland vor.
      • '' vor.
    • Sektion ''Microsperma'':
      • ''Ribes ambiguum'': Sie kommt in Japan und in Sichuan vor.
    • Sektion ''Ribes'':
      • ''Ribes altissimum'' angesehen.
      • ''Ribes'' ×''futurum'' (= ''Ribes rubrum'' × ''Ribes warszewiczii'')
      • '' und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan vor.
      • ''Ribes himalense'' : Sie kommt in Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan und in China vor.
      • ''Ribes'' ×''holosericeum'' (= ''Ribes petraeum'' × ''Ribes spicatum'')
      • ''Ribes'' ×''koehneanum'' (= ''Ribes multiflorum'' × ''Ribes rubrum'')
      • '' vor.
      • ''Ribes longeracemosum'' : Sie kommt in mehreren Varietäten in China vor.
      • '' vor.
      • '' vor.
      • ''Ribes moupinense'' : Sie kommt in China in den Provinzen Anhui, Hubei, Gansu, Guizhou, Shaanxi, Sichuan und Yunnan vor.
      • Troddel-Johannisbeere (''Ribes multiflorum'' ), Heimat: Sardinien, Italien, Kroatien, früheres Jugoslawien, Griechenland, Bulgarien
      • ''Ribes palczewskii'' zu ''Ribes spicatum'' gestellt.
      • '' und in Nordkorea vor.
      • Felsen-Johannisbeere (''Ribes petraeum'' ): Sie kommt in mehreren Varietäten in Europa, Asien und Nordwestafrika vor.
      • Rote Johannisbeere (''Ribes rubrum'' ), Heimat: Europa
      • (''Ribes spicatum'' ), Heimat: Europa, Sibirien, Mandschurei
      • '', in Kanada und in den Vereinigten Staaten vor.
    • Sektion ''Symphocalyx''
      • Gold-Johannisbeere (''Ribes aureum'' = Wohlriechende Johannisbeere), Heimat: Kanada, USA

Weltweit umfasst die Gattung etwa 140 bis 160 Arten. Hauptverbreitungsgebiet sind die gemäßigten Klimagebiete der Nordhalbkugel, aber auch in den Anden gibt es einige Arten. In China kommen 59 Arten vor, davon 25 nur dort. 53 Arten kommen in Nordamerika vor. Dagegen sind nur wenige Arten in Südamerika beheimatet.

Gärtnerische Züchtungen:
  • ''.
  • Kulturstachelbeeren sind aus den beiden Arten ''Ribes uva-crispa'' und ''Ribes hirtellum'' hervorgegangen.

Nutzung

Einzelne ''Ribes''-Arten werden als Obststräucher, Zierpflanzen und zur Herstellung von Parfüm genutzt:

  • Als Obst werden die Früchte der Roten Johannisbeere (mit roten und weißen Sorten), der Schwarzen Johannisbeere und der Stachelbeere verwendet. Durch Kreuzung der Schwarzen Johannisbeere mit der Stachelbeere wurde die Jostabeere gezüchtet.
  • Die Blüten der Schwarzen Johannisbeere werden zur herstellung verwendet.
  • Insbesondere Sorten der Alpen-Johannisbeere, der Gold-Johannisbeere und der Blut-Johannisbeere sind Zierpflanzen in Parks und Gärten, die sowohl einzeln als auch als Hecke gepflanzt werden.

Weiterführende Literatur

  • Claude-Antoine Thory: ''Monographie; ou, Histoire naturelle du genre groseillier: contenant la description, l'histoire, la culture et les usages de toutes les groseilles connues ...'', Verlag P. Dufart, 1829: PDF bei Google-Books, Google-Books Online.
  • L. M. Donoghue & M. J. Donoghue: ''Molecular phylogeny and biogeography of Ribes (Grossulariaceae), with an emphasis on gooseberries (subg. Grossularia)'', in ''Syst. Bot.'' 29, 2004, 77?96.

Quellen

  • bei der APWebsite (Abschnitt Beschreibung, Systematik)
  • bei DELTA von L. Watson & M. J. Dallwitz.. (Abschnitt Beschreibung)
  • Jin-tang Pan, Cuizhi Gu, Shumei Huang, Chao-fen Wei, Shu-ying Jin, Lingdi Lu, Shinobu Akiyama, Crinan Alexander, Bruce Bartholomew, James Cullen, Richard J. Gornall, Ulla-Maj Hultgård, Hideaki Ohba & Douglas E. Soltis: ''Saxifragaceae'' in der ''Flora of China'', Volume 8, S. 428: ''Ribes'' - Online. (Abschnitt Beschreibung, Systematik und Verbreitung)
  • Nancy R. Morin: ''Grossulariaceae'' in der ''Flora of North America'', Volume 8, 2009 ab S. 8: Online. (Abschnitt Beschreibung und Verbreitung)
  • O. Sebald, S. Seybold, G. Philippi: ''Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs'', Band 3, Ulmer Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-3314-8
  • Walter Erhardt u. a.: ''Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen''. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7

Einzelnachweise

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Weblinks